Die Therapie hilft dem Gehirn, Sinnesreize besser zu ordnen und zu nutzen.
Sensorische Integration (SI) ist ein neurologischer Prozess, bei dem das Gehirn Sinnesinformationen (Berührung, Sehen, Hören, Geruch, Geschmack, Bewegung und Tiefensensibilität) aus der Umgebung und dem eigenen Körper empfängt, ordnet und interpretiert. Sie ermöglicht angemessene Reaktionen auf Reize, Lernen und müheloses Funktionieren im Alltag.
Eine richtige SI ist grundlegend für die motorische Entwicklung, Konzentration, Koordination und emotionale Regulation. Wenn das Gehirn Reize fehlerhaft verarbeitet, kann ein Kind überempfindlich (z.B. Berührung oder Lärm vermeidend) oder unterempfindlich (starke Stimulation suchend, hyperaktiv) sein.
Die SI-Therapie nutzt spezialisierte Übungen, die gezielt ausgewählte Reize bieten und dem Nervensystem helfen, Informationen besser zu organisieren. Neben den Grundsinnen spielen das vestibuläre System (Gleichgewicht, Bewegung) und die Propriozeption (Tiefensensibilität - Körperbewusstsein) eine entscheidende Rolle.
Störungen der sensorischen Integration äußern sich in einer fehlerhaften Verarbeitung von Reizen, was zu Über- oder Unterempfindlichkeit führt. Hauptsymptome sind: motorische oder emotionale Überaktivität, Konzentrationsprobleme, Koordinationsschwierigkeiten, Ungeschicklichkeit, Vermeidung von Berührung oder bestimmter Kleidung sowie Schwierigkeiten in Beziehungen zu Gleichaltrigen.